Montag, 29. Juni 2009

iWoz im Urlaub

In meinem zweiwöchigen Urlaub bin ich endlich dazu gekommen, das Buch iWoz, die Autobiographie von Apple Mitbegründer Steve Wozniak, zu lesen. Super interessant!

Bislang wusste ich, dass Steve Jobs und Steve Wozniak gemeinsam Apple gegründet hatten, ich hatte den Film Pirates of Silicon Valley gesehen und das Buch Steve Jobs und die Geschichte eines außergewöhnlichen Unternehmens gelesen. Nun war es also an der Zeit für die persönliche Sichtweise von Steve "Woz" Wozniak.

In dem Buch beschreibt Steve Wozniak, wir er schon als kleiner Junge begeistert war von der Logik (hier ist die Logik von elektrischen Schaltungen gemeint) und wie er damit Addierer und Subtrahierer realisierte. So etwas haben wir an der Uni auch gemacht, Grundlagen der Theoretischen Informatik hieß die Vorlesung. Bei den Grundlagen blieb es dann für mich aber auch :-) Steve entwarf später dann sogar komplette Computer auf dem Papier (!), dabei versuchte er immer, minimalistische Schaltungen zu entwickeln. Nebenbei erzählt er, dass er in der Schule und am College immer Bestnoten hatte und diverse Preise gewann.

Richtig interessant wurde es für mich beim Thema Apple. Das Meiste kannte ich schon aus der Silicon Valley Story, aus der Sicht von Steve Wozniak wird aber noch klarer, was damals wirklich alles so abging. Erstaunlich, dass Hewlet Packard, bei denen Steve zum Zeitpunkt seiner Erfindung des Apple I angestellt war, den Apple I nicht als ihr Eigentum beanspruchten - dazu hätte sie sehr wohl das Recht gehabt, denn Steve hatte die Entwicklung größtenteils an seinem Arbeitsplatz durchgeführt. Und er fragt seinen Arbeitgeber auch noch schön um die Erlaubnis. Sehr ehrenwert. Woz scheint mir sowieso mehr so die ehrliche und großzügige Person zu sein, im Gegensatz vielleicht zu Steve Jobs, der Alles immer sehr geschäftsmäßig sah und seinen besten Freund Woz sogar mal um Geld besch****** hat: Wozniak baute für Atari - dort war sein Kumpel Steve Jobs damals angestellt - das Spielhallen-Spiel Breakout, und zwar komplett in Hardware! Steve Jobs bekam für das Spiel Breakout von Nolan Bushnell 5000 Dollar bezahlt. Er gab seinem Freund Steve Wozniak, der das eigentliche Spiel konstruiert hat, nur 350 Dollar, was angeblich die Hälfte des gesamten Geldes sein sollte. Tztztz ...

Später - auf dem Apple II, den Wozniak genauso wie den Apple I alleine entwickelt hatte - programmierte er Breakout dann in Basic, wobei er so nebenbei den entsprechenden Basic-Interpreter programmierte. Der Typ war schon recht talentiert ...

Neu war mir auch, dass Steve Wozniak mit dem Vorbild Woodstock zwei Musik-Festivals veranstaltete - und komplett bezahlte. Denn er bezahlte jeweils 12 Millionen Dollar drauf. Wow. Aber mit seinen Apple-Aktien war das nicht wirklich viel Geld für ihn, und er war glücklich darüber, dass die Menschen viel Spaß daran hatten. Bemerkenswert.

Die Moral von der Geschicht': Steve Wozniak verstand sich immer als Ingenieur. Am Ende des Buchs ruft er alle Ingenieure dazu auf, ihre Ideen mutig umzusetzen, um Neues erfolgreich erschaffen zu können. Das hört sich ja super an, aber Menschen mit so einem Talent wie Steve Wozniak gibt es vermutlich nicht sehr viele auf der Welt. Ich hoffe aber, dass Einige davon Steves Biographie lesen.

1 Kommentar:

Markus hat gesagt…

Sehr interessant ist auch die Biographie von Linus Torvalds "Just for fun". Kann ich nur empfehlen!